Wann stellt sich bei einem Projekt der Erfolg ein?

Die Pandemie hat uns alle noch im Griff, vor allem die Projekt Task-Force des Bundes. Das Projekt-Management einer Pandemie ist hoch komplex. Dass es von vielen Seiten kritisiert wird, erstaunt daher nicht. Ich kann einige Kritik nachvollziehen, andere nicht. Meine wichtigste Kritik: Man hat in der Krisenvorbereitung versagt. Eine Pandemie musste wieder einmal kommen, das wusste man. Vor Jahr und Tag hat der Bund daher ein Krisenkonzept in Auftrag gegeben, in dem eine Pandemie als wahrscheinliches Szenario in den nächsten Jahren aufschien. Der Bund war nicht fit für die Krisenprävention, schwächelte im Krisen-Management und muss nun aus der kommenden Krisenverarbeitung die Lehren ziehen. Die wichtigste Lehre: Ganzheitliches Krisenmanagement ist dann erfolgreich, wenn

a)      die strukturellen Voraussetzungen der Projektorganisation gegeben sind (z.B. klare Ziele, unbürokratische Organisationsstruktur, motivierte, engagierte Teammitglieder),

b)     möglichst alle Fachkenntnisbereiche im Krisen-Team eingebunden sind,

c)      die richtigen Methoden angewendet werden und

d)     die Verhaltensaspekte der Teammitglieder für die Krise förderlich sind (offene, direkte Kommunikation, konstruktive Konfliktbewältigung, einheitliche Sprache, Kooperation statt Konfrontation).

Jede Krise ist anders und ein Krisen-Team, das sich kennt, das in Nicht-Krisenzeiten Krisen immer wieder übt, das funktioniert besser, ist motivierter, kennt sich, spricht die gleiche Sprache. Das alles fehlte. Und das merkten die Schweizerinnen und Schweizer. Klar, es gab auch krasse Fehlentscheidungen (Maskentragpflicht, Masken- und Impfstoffeinkauf), die dem Krisenmanagement ganz und gar nicht förderlich waren und uns Steuerzahlenden Milliarden kosten werden. All diese Fehler muss man erkennen, benennen, einordnen und daraus lernen. Wichtig danach: Das Thema Krise muss bei den Entscheidungsträgern offizialisiert, das Bewusstsein für Prävention und Vorbereitung vorhanden sein, dann ist man vorbereitet – auch wenn keine Krise kommt.